Grenzblickweg

66798 Wallerfangen (17.09.2020)


Èglise Saint-Jeanne-d'Arc


Erneut bin ich bei einer Wanderung auf einer der Traumschleifen über den Saarlouiser Gau mit deutsch-französischer Grenzgeschichte in Berührung: Die Route „Grenzblickweg“, mitten auf der Grenze zwischen Lothringen und dem Saarland ist der Grund dafür. Die Bezeichnung mitten auf der Grenze kommt nicht von ungefähr – Im Dörfchen Leidingen kann man die Einwohner getrost als Grenzgänger bezeichnen, wohnen sie doch hautnah an der Stelle, wo Frankreich und Deutschland aneinander stoßen. Und sie brauchen nur ein paar Schritte über die Straße zu gehen, um von einem Land ins andere zu gelangen. Die Straße, die sie überqueren, hat in Deutschland den Namen „Neutale Straße“, in Frankreich heißt sie „Rue de la frontière“.



Wie im Niemandsland - die Natur erobert sich ihr Recht zurück

Nicht weit bis nach Heining-Les-Bouzonville


Aber zurück zum Start meiner Wanderung,. Sie beginnt außerhalb des Dorfes an einem Parkplatz unterhalb der französischen Kirche am Rand eines nahegelegenen Waldes. Durch ihn verläuft meine Route Richtung Heining les Bouzonville, wo man immer noch Schützengräben des zweiten Weltkrieges sehen kann, in dem sich die Menschen der beiden Länder als Feine gegenüberstanden. Ein schlichtes Holzkreuz am Wegesrand zeugt von den damaligen Ereignissen, jetzt ruht es friedlich als Symbol einer    , die nie mehr eintreten darf.

Jetzt ist es zum Glück anders und man kann von beiden Seiten Blicke sowohl ins Saarland als auch ins nahe Frankreich genießen.






Mein Weg führt weiter durch Wiesen und Felder, vorbei am idyllischen Ihner Weiher, bis mich eine Straße mit alten Grenzsteinen zurück nach Leidingen führt, zur Straße mitten auf der Grenze.

Der Blick durch das symbolträchtige Grenzblickfenster vor dem Ende der Traumschleifen-Wanderung ist dann natürlich noch ein Muß.

Der Grenzblickweg ist damit für mich zu Ende, aber ich fahre nicht wieder nach Hause, ohne einen Abstecher zum nahegelegenen Sudelfels, dem Fundplatz eines gallorömischen Quellheiligtums, zu machen. Er liegt zwischen den Dörfern Ihn und Niedaltdorf.

 Am Sudelfels zeugen Grundrisse von Tempeln und alten Mauern von einem gallorömischen Quellheiligtum aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.